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Dünger selbst herstellen

Für einen prachtvollen Garten und gesunde Pflanzen ist ein guter Dünger unerlässlich.


Vielen ist dabei aber nicht bewusst, dass sie Dünger nicht zwingend kaufen müssen, sondern auch selbst herstellen können. 


Die DIY-Liebhaber unter uns (und natürlich auch alle anderen Interessierten) finden hier eine praktische Anleitung mit allen Möglichkeiten und detaillierten Angaben, was und wie viel jeweils benötigt wird.


Lass uns loslegen!

Die Grundlagen

Wenn man Dünger herstellen möchte, ist eine Frage ganz zentral:


Was braucht ein Dünger an Inhaltsstoffen, um Pflanzen bestmöglich zu unterstützen?


Es gibt drei Nährstoffe, die unbedingt enthalten sein sollten. Ich stelle sie dir im Folgenden kurz vor, damit du das wichtige Hintergrundwissen direkt parat hast.

1. Stickstoff (N): Stickstoff ist nahezu der wichtigste Stoff, damit eine Pflanze genügend Kraft zum Wachsen hat. Er wird von Anfang an benötigt, um kräftige Blätter und Wurzeln auszubilden.


2. Phosphor (P): Phosphor braucht die Pflanze besonders dann, wenn sie Blüten und Früchte trägt. Mit der richtigen Phosphor Unterstützung erwartet dich eine prächtige Blüte und Ernte.


3. Kalium (K): Mit Kalium steigerst du die Resistenz deiner Pflanzen. Das hilft zum einen, um sie vor Schädlingen zu schützen, aber auch gegen Witterungsbedingungen wie Frost.


Weitere hilfreiche Nährstoffe sind:

  • Magnesium (Mg): Magnesium ist wichtig für die Photosynthese und das Blattgrün.

  • Calcium (Ca): Calcium beeinflusst den pH-Wert des Bodens und lockert ihn auf.

  • Eisen (Fe): Eisen ist ebenfalls wichtig für die Photosynthese, also Energieaufnahme der Pflanzen.

Es gibt noch weitere Stoffe, die in manchen Fällen sinnvoll sein können (zum Beispiel Kalk, um den Boden zu neutralisieren, wenn dieser zu sauer ist), aber diese sollten nur nach einer Bodenanalyse gezielt eingesetzt werden.


Vorrangig ist also eine N-P-K-Düngung nötig, diese sollte zwischen März und September etwa alle zwei Wochen erfolgen. 


Wie du diese herstellen kannst, zeigt der nächste Abschnitt.


Eine Bemerkung noch vorab: Nicht alle Selfmade-Dünger haben die gleiche Düngwirkung und manche eignen sich vor allem als ergänzendes Mittel. Mehr dazu in den jeweiligen Abschnitten.

Dünger selbst machen - 12 Möglichkeiten mit Anleitung

Bei der Herstellung von Dünger hast du die Qual der Wahl - es gibt nämlich nicht nur eine Variante, sondern gleich 12. Somit ist sicherlich etwas für dich dabei.

Selfmade Dünger 1: Kompost 

Wusstest du, dass man eigentlich gar keine Biotonne benötigt und dadurch einiges an Geld sparen kann? Denn Bio-Müll und Grünabfälle können auch auf anderem Wege entsorgt werden: Auf dem Kompost. Du sparst damit nicht nur Geld, sondern stellst dir auch im selben Zuge einen eigenen, tollen Dünger her!


Kompost ist abgestorbenes organisches Material, also verrottete Küchen- und Grünabfälle, das zerfallene Ausgangsstoffe bietet, die beim Düngen mit Kompost von den Pflanzen aufgenommen werden können und eine Rundum-Versorgung an Nährstoffen bieten.


Einen Nachteil gibt es allerdings: Falls du noch keinen Kompost hast, dauert es eine Weile, bis er als Dünger einsatzbereit ist. 


Wichtig ist, dass der Behälter des Komposts luftdurchlässig ist, damit kein Schimmel entsteht. Ein idealer Standort ist ein Platz, der halbschattig und geschützt ist.


Abfälle wie frische Küchenabfälle, Laub, Rasenschnitt oder auch klein geschnittene Sträucher können prima im Kompost verwertet werden. Auf keinen Fall solltest du gekochte Essensreste oder Fleisch auf den Kompost geben, das lockt nicht nur Ratten an, sondern schadet auch dem Kompost.


Im Kompost sollten festes. grobes Material und weiches, nährstoffreiches Material abwechselnd geschichtet werden.


Nach drei Monaten muss der Kompost einmal umgeschichtet werden, damit neuer Sauerstoff hinzukommt und sich das Volumen verringert. Nach sieben Monaten ist der Kompost dann einsatzbereit: Er hat eine dunkle Farbe und riecht nach Waldboden.


Es gibt zudem zwei besondere Arten des Kompostierens:


Möglichkeit eins ist der Wurmkompost. Dafür werden die Abfälle durch Kompostwürmer in einer Wurmkiste deutlich schneller zersetzt und es hat den zusätzlichen Vorteil, dass die Ausscheidungen der Würmer sehr calciumreich sind und eine schleimige Hülle haben, was das Material stabilisiert.

Möglichkeit zwei ist Bokashi – hierbei handelt es sich um einen Eimer, in dem Bioabfälle fermentiert, also gegärt werden. Das geschieht durch den Luftabschluss des Eimers, wodurch sich sogenannter Bokashi-Tee entwickelt, der verdünnt mit Wasser als Flüssigdünger verwendet werden kann. Nach zwei bis drei Wochen hast du dann das Bokashi Endprodukt, welches entweder direkt ins Beet untergemischt oder mit Pflanzenerde vermischt verwendet werden kann.

Selfmade Dünger 2: Holzasche

Holzasche bietet sich vor allem dann an, wenn du einen Kamin im Haus hast oder mit Holzbriketts heizt, also Holzasche als Abfallprodukt anfällt. Diese eignet sich als Dünger, weil die Asche eine Menge an Mineralstoffen, Kalium und Spurenelementen enthält.


Gerade für Rosenliebhaber ist Holzasche ausgezeichnet geeignet, denn Rosen lieben die Zusammensetzung des natürlichen Düngers. 


Um deine Pflanzen mit Holzasche zu düngen, einfach einmal im Jahr eine feine dünne Schicht Asche auf das Beet auftragen und leicht in den Boden einarbeiten. 


Lieber sparsam verwenden, um Überdüngung zu vermeiden: 

2 bis 3 Liter reichen für 10 m2 Fläche im Garten.

Selfmade Dünger 3: Mist

Als Besitzer von Pferden oder anderen Huftieren hast du ohne Mühe einen wunderbaren Dünger für deine Pflanzen! Die Ausscheidungen der Tiere enthalten sehr viele Nährstoffe und eignen sich besonders für starkzehrende Pflanzen. 


Dafür einfach beim Umpflügen eines Beetes den aufgesammelten Dung einarbeiten.


Aber auch wenn du keine Tiere hast, musst du nicht auf diesen natürlichen Dünger verzichten – es gibt Pferdedung und Rinderdung auch in Pelletform zu kaufen. Oder du fragst einfach mal einen Bauern in deiner Nähe an.

Selfmade Dünger 4: Kaffeesatz

Für all die Kaffeeliebhaber unter uns habe ich ebenfalls eine gute Nachricht: Du musst den Kaffeesatz, der jedes Mal anfällt, nicht wegschmeißen, sondern kannst ihn prima als Dünger verwenden.


Er eignet sich besonders für Pflanzen, die einen sauren Boden mögen, wie zum Beispiel Hortensien, Zucchini, Gurken oder Rhododendron.


Dafür brauchst du einfach nur den frischen, am besten noch feuchten Kaffeesatz – dieser ist reich an Stickstoff, Kalium und Phosphor. 


Arbeite ihn am besten etwas in die Erde ein, sonst lässt er an der Oberfläche getrocknet zu wenig Wasser zu den Ballen der Pflanze durch. 


Alternativ kannst du den Kaffeesatz auf einer glatten Fläche trocknen lassen und ihn dann ausstreuen.


Oder du stellst Flüssigdünger aus Kaffeesatz her – dafür einfach mit etwas Wasser vermischen und dann alle zwei Wochen mit Gießwasser den Pflanzen verabreichen.

Selfmade Dünger 5: Brennesseljauche

Sie riecht zwar nicht sonderlich gut, ist aber ein idealer Flüssigdünger und zusätzlich noch ein natürlicher Schädlingsbekämpfer: Brennesseljauche. 


Zudem ist sie sehr einfach herzustellen: Du brauchst nur Brennnesseln, die es ja fast überall gibt, und Wasser. 


Und so geht es:


In einem Kunststoffeimer oder einem Holzfass sammelst du den Brennnesselabfall. Dann wird dieser mit Wasser aufgefüllt, gut verrührt, verschlossen und drei Wochen an einem warmen, schattigen Platz in Ruhe gelassen. 


Das Verhältnis ist circa 1 Kilogramm Brennnesseln (frische, bei getrockneten Brennnesseln 400 Gramm) auf 10 Liter Wasser.

Gegen den üblen Geruch und für zusätzliche Nährstoffe kannst du dem Gemisch noch Gesteinsmehl hinzugeben.


Nach etwa zwei bis drei Wochen haben sich die Brennnesseln im Wasser zersetzt und eine Brühe gebildet, auch Jauche genannt. Die Flüssigkeit sollte klar, dunkel und ohne Schaum sein.


Bevor du sie verwendest, solltest du sie allerdings verdünnen.


Bei einem Einsatz als Dünger für die Wurzeln verdünnst du sie 10-fach mit Wasser und schüttest sie dann in Wurzelnähe in den Boden.


Wenn du Schädlinge wie Spinnmilben und Blattläuse bekämpfen möchtest, verdünnst du sie 40:1 mit Wasser und sprühst sie auf Blätter und Blüten der betroffenen Pflanzen.

Übrigens eignen sich auch andere Wildkräuter als Schädlingsbekämpfungsmittel - zum Beispiel Ackerschachtelhalm (stärkt die Pflanzen gegen Pilzkrankheiten), Jauche aus Tomatentrieben (hält den Kohlweißling fern) und Rainfarn (hält Milben und Insekten fern).

Selfmade Dünger 6: Eierschalen

Vorweg: Eierschalen eignen sich nicht für alle Pflanzen, da sie viel Kalk enthalten. Wenn du also Pflanzen hast, die einen sauren Boden lieben, solltest du lieber keine Eierschalen einsetzen.


Bei anderen Pflanzen eignen sie sich aber gut, da sie den pH-Wert erhöhen.


Dazu gehören unter anderem Brombeeren, Rosen, Himbeeren, Pfingstrosen, Tomaten, Möhren, Johannisbeeren und einige Staudengewächse. 


Um Dünger aus Eierschalen herzustellen, einfach die Eierschalen zerkleinern und mit Wasser vermengen. Du benötigst bei 3–4 Eierschalen etwa 1 Liter Wasser. 


Das Gemisch muss nun für eine Woche ruhen, damit die Nährstoffe besser aufgenommen werden können. Anschließend kannst du das Wasser zum Gießen verwenden.


Du kannst alternativ die Schalen fein zerreiben und sie direkt auf der Erde ausstreuen.

Selfmade Dünger 7: Bananenschalen

Isst du gerne Bananen? 


Falls ja: prima, denn das ist nicht nur gesund für deinen Körper, sondern auch ein Vorteil für deine Pflanzen, denn für diese kannst du die Schalen der Bananen weiterverwenden. 


In der Schale sind wichtige Nährstoffe wie Kalium, Magnesium und Phosphat enthalten.


Um einen Dünger aus den Schalen herzustellen, musst du sie lediglich in kleine Stücke schneiden und in Wasser ziehen lassen oder direkt in die Erde einarbeiten, idealerweise mit Kaffeesatz oder losem Tee, auf den wir gleich noch zu sprechen kommen.


Aber auch ohne Kaffee und Tee kannst du sie verwenden: Zerkleinere sie einfach im Mixer und hebe sie unter die Erde.


Dabei gilt in etwa 100 Gramm Bananenschale pro Pflanze, um eine Überdüngung zu vermeiden.

Selfmade Dünger 8: Zwiebelschalen

Auch die Schalen von Zwiebeln eignen sich prima als Dünger, denn sie enthalten Magnesium, Calcium und Kalium. 


Hierfür musst du einfach nur 100 Gramm Zwiebelschalen mit einem Liter Wasser mischen und diese Mischung etwa eine Woche stehen lassen. Dafür solltest du ein gut verschließbares Gefäß verwenden und einen möglichst sonnigen Platz zum Ruhen auswählen.


Wenn du diesen Dünger zusätzlich mit Stroh und Laub versetzt, hast du einen idealen Dünger mit allen wichtigen Nährstoffen.

Selfmade Dünger 9: Tee

Wie vorhin schon erwähnt, kann auch Tee einen guten Dünger ausmachen. Dabei unterscheidet sich die Wirkung je nach Teesorte – Kamillentee hilft beispielsweise gegen Schimmelbefall, schwarzer Tee stärkt die Pflanze.


In den meisten Fällen wirkt Tee desinfizierend und kann auch Schädlinge vertreiben.


Um Teedünger herzustellen, einfach gebrauchte Teebeutel ins Gießwasser legen, sie einwirken lassen und dann mit dem Wasser die Pflanzen gießen.


Falls du losen Tee verwendest, kannst du die Reste mit Filter entweder im Gießwasser einwirken lassen oder den losen Tee mit in die Erde einarbeiten.

Selfmade Dünger 10: Flächenkompostierung

Vielleicht kennst du die Flächenkompostierung unter dem Namen “Mulchen”. Dabei wird organisches Material (am besten weiches, unverholztes sowie nährstoffreiches Material) als dünne Schicht auf der zu düngenden Fläche aufgetragen.


Dadurch werden mit der Zeit Nährstoffe direkt an den Boden abgegeben und es wird eine langfristige, sanfte Düngung ermöglicht. Außerdem wirkt die Flächenkompostierung als schützende Schicht vor starken Temperaturschwankungen.

Selfmade Dünger 11: Hornspäne

Bei Hornspänen handelt es sich um die Hörner und Klauen von Rindern, die in speziellen Hornmühlen zerkleinert und dann in Säcke abgefüllt werden.


Hornspäne sind besonders reich an Stickstoff, aber auch an Calcium und Phosphor und haben eine natürliche Langzeitwirkung. 


Allerdings ist kein Kalium enthalten, dieses muss zusätzlich gedüngt werden.


Hornspäne werden am besten in die Erde eingearbeitet, aber auch hier lieber etwas sparsamer sein, um eine Überdüngung zu vermeiden.


Ist dir die Konsistenz von Hornspänen zu grob, findest du in Hornmehl und Horngrieß gute Alternativen zu Hornspänen.

Selfmade Dünger 12: Abgestandenes Wasser

Bei der letzten Möglichkeit handelt es sich nicht um einen Dünger im klassischen Sinne, aber um einen sehr hilfreichen Tipp. 


Wasser ist ein entscheidender Bestandteil für das Wachsen und Leben von Pflanzen – je nach Pflanze und Jahreszeit wird unterschiedlich viel benötigt.


Abgestandenes Wasser ist allerdings für alle Pflanzen sehr viel angenehmer, da es die Raum- oder Umgebungstemperatur angenommen hat und sich der Kalk am Boden abgesetzt hat. Das macht die Aufnahme leichter.


Außerdem kannst du mit Regentonnen im Garten jede Menge Wasser sparen, was dir nicht nur dein Geldbeutel, sondern auch die Umwelt danken wird!


Abschließend interessiert mich:


Welche Möglichkeit gefällt dir am besten?


Oder ist nichts für dich dabei bzw. du bist dir unsicher und willst nichts riskieren?


Das ist auch kein Problem, denn du kannst natürlich jederzeit auf fertigen Dünger zurückgreifen, der schon so zusammengemischt ist, dass alle wichtigen Nährstoffe zu einer guten Konzentration enthalten sind.

So oder so – viel Freude beim Beobachten, wie dein Garten aufblüht!


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